Branded Interactions für die virtuelle Welt: eine Extended Realities Pattern Library für Volkswagen.

Wie man ein flexibles Design System für die kohärente Markenkommunikation in neue technologische Anwendungsgebiete wie Virtual, Augmented und Mixed Reality ausrichtet, erklärt Marco Spies, Managing Partner bei think moto und Co-Autor des Standardwerks „Branded Interactions – Lebendige Markenerlebnisse für die neue Zeit“ zusammen mit Marcus Gawron, User Experience Manager bei VW.

Hin­ter­grund der Zusam­men­ar­beit: VR und AR sind der­zeit Trend-The­men, die der Volks­wa­gen-Kon­zern nut­zen und mar­ken­kon­form gestal­ten möch­te. Zudem ver­la­ge­re sich die Nut­zung der Web­site von Desk­top immer mehr auf mobi­le End­ge­rä­te. Die User erwar­ten, dass auch kom­ple­xe daten­ba­sier­te Diens­te wie die Echt­zeit-Kon­fi­gu­ra­ti­on von Fahr­zeug­mo­del­len (allein bei der Zusam­men­stel­lung eines VW Golf gibt es ca. 18 Mil­lio­nen Mög­lich­kei­ten) unter­wegs funk­tio­nie­ren. „Der Nut­zer infor­miert sich heu­te ganz anders als noch vor einem Jahr“, erklärt Mar­cus Gaw­ron. „Immer mehr haben bereits Berüh­rungs­punk­te mit Vir­tu­al und Augu­men­ted Rea­li­ty.“ Eine Her­aus­for­de­rung für die Agen­tur: Nie zuvor wur­den Cor­po­ra­te Design Richt­li­ni­en für Exten­ded Rea­li­ties ent­wi­ckelt.

 

 

In einem agi­len Pro­zess in neun Sprints ver­ein­heit­lich­te think moto die VW Brand Expe­ri­ence und eine Pat­tern Libra­ry mit Gui­de­li­nes für User Expe­ri­ence und Inter­ac­tion Design für diver­se VR- und AR-End­ge­rä­te. Lear­nings aus der Zusam­men­ar­beit: „Der ers­te Ansatz bedien­te noch eine ande­re Fra­ge­stel­lung. Beim Weg in die Gestal­tung der Pat­terns konn­ten neben­bei wei­te­re Fra­gen gelöst wer­den,“ erklärt Mar­co Spies. Anhand von ech­ten Anwen­dungs­sze­na­ri­en wie z.B. als begeh­ba­re VR-Prä­sen­ta­ti­on eines neu­en Modells im Show Room von Auto­häu­sern wur­de die Gui­de­li­ne getes­tet und wei­ter­ent­wi­ckelt. Dabei galt es die Qua­li­tät des Auto­mo­dells für den Nut­zer erleb­bar zu machen: Durch die VR-Bril­le kann das Auto von allen Sei­ten betrach­tet, Lackie­rung, Fel­gen, Innen­aus­stat­tung etc. aus­ge­wählt wer­den; mit­tels Joy­stick oder Ges­ten­steue­rung Türen geöff­net, Knöp­fe gedrückt, Kof­fer in den Kof­fer­raum gela­den u.v.m.. Die fest­ge­leg­ten Gestal­tungs­prin­zi­pi­en der Pat­tern Libra­ry wur­de von exter­nen Ent­wick­lern umge­setzt.

 

Ein wei­te­res Anwen­dungs­bei­spiel ist ein VR Car­re­ra-Ral­lye Spiel für die Play­sta­ti­on. Der Zugriff auf Daten aus der Kon­fi­gu­ra­tor-Cloud ermög­licht diver­se Indi­vi­dua­li­sie­run­gen der VW Golf Fahr­zeu­ge und macht die Mar­ke Volks­wa­gen emo­tio­nal und spie­le­risch erleb­bar.

 

 

Die Gestal­tungs­prin­zi­pi­en wer­den durch ein futu­ris­tisch anmu­ten­des Design und dem „Impuls“ als leuch­tend cyan-far­bi­gem Kreis als Gestal­tungs­ele­ment von But­tons und zen­tra­le Mar­ken­si­gna­tur sowie ani­mier­ten Swoos­hes für Über­gän­ge und Lade­zei­ten bestimmt. Die Anord­nung von Bedien­ele­men­ten sind sehr auf­ge­räumt gestal­tet. Ein­ga­be und Aus­wahl von Ein­stel­lun­gen erschei­nen auf trans­pa­ren­ten wei­ßen Flä­chen, die sich über den Hin­ter­gund legen. Regeln der opti­schen Wahr­neh­mung und Ori­en­tie­rung im Raum ergän­zen die Gui­de­li­ne.








Text: Christine Wenning | 3.7.2019 | Fotos: Julius Stuckmann | CXI 19