MOIA: Die Zukunft der Mobilität.


MOIA – noch nie gehört? MOIA ist ein Projekt des deutschen Autoherstellers VW. Ein Zukunftsprojekt, wo es nicht nur um Car Sharing geht, sondern um das Thema Mobilität on Demand für die Massen. Das Ziel: Im Jahr 2025 soll MOIA ein führender Mobilitätsdienstleister werden. Mit einer Flotte von Fahrzeugen, die autonom durch die Städte zieht und einzelne oder Gruppen von Menschen von A nach B befördert.

Reim­a­gi­ne mobi­li­ty for ever­yo­ne

Immer weni­ger Men­schen in den Städ­ten besit­zen selbst ein Auto, immer mehr Anbie­ter für Car Sharing stel­len ihre Fahr­zeu­ge zur Ver­fü­gung und trotz­dem, die Stra­ßen in den Groß­städ­ten wer­den immer vol­ler. Nach einem Big Data Modell errech­ne­te das MIT, dass 95% der Taxi­fahr­ten in New York ein­ge­spart wer­den könn­ten, wenn sich meh­re­re Leu­te eines geteilt hät­ten, bei nur drei Minu­ten Zeit­ver­zö­ge­rung. Es gilt also die Welt zu ver­än­dern, zumin­dest die der Mobi­li­tät, erklärt uns Maria Soni Reiss­fel­der, Head of Mar­ke­ting und Kom­mu­ni­ka­ti­on bei MOIA. In den USA gibt es bereits Diens­te wie Uber Poo­ling, die meh­re­re Men­schen in Car Pools beför­dert, doch das war VW nicht weit­rei­chend genug. In einem groß ange­leg­ten Co-Krea­ti­ons­pro­zess wur­den Sze­na­ri­en erstellt, wie die Pro­ble­ma­tik der Städ­te in Zukunft gelöst wer­den könn­te. Fak­to­ren wie Umwelt­ver­schmut­zung, Lärm und Ver­kehrs­staus spiel­ten dabei eine wich­ti­ge Rol­le, eben­so wie Fahr­kom­fort und spe­zia­li­sier­te Anfor­de­run­gen an die Fahr­zeu­ge – Mobi­li­tät galt es ganz­heit­lich neu zu den­ken. 

 

Am Anfang der Zusam­men­ar­beit mit der Krea­ti­vagen­tur Khanna\Reidinga Ams­ter­dam stand ein RFP, das »Request for Pro­po­sal« in dem die Agen­tur sich auf Kos­ten, Ablauf- und Zeit­pla­nung für das Pro­jekt fest­le­gen muss­te, neben Refe­ren­zen und einer Krea­tiv-Idee, bevor über­haupt ver­stan­den wur­de, wor­um es ging. Die Anfor­de­rung für das Cor­po­ra­te Design der Mar­ke war maxi­mal abs­trakt, denn kon­kret exis­tiert das Pro­dukt noch nicht. Also for­mu­lier­te Maar­ten Vers­tee­ge mit sei­nem Team bei K\R ein eige­nes Brie­fing und erstell­te ein Mood­board für das Pro­jekt, um die Auf­ga­ben­stel­lung zu hin­ter­fra­gen. Maria Soni Reiss­fel­der war beein­druckt vom Spi­rit der Nie­der­län­der, ganz anders als die Agen­tu­ren mit denen Volks­wa­gen bis­her zusam­men gear­bei­tet hat. Die Agen­tur gewann den Pitch. 

 

Fle­xi­ble for future needs of the brand

Nun galt es die Mar­ke zu schaf­fen und dem Pro­dukt Leben ein­zu­hau­chen. Der damals vor­ge­ge­be­ne Name sorg­te auf Sei­te der Agen­tur für Unmut, traf es nicht so rich­tig. 

 

»The cli­ent knows their brand best and our job is to get to know it. What is the big pic­tu­re, what is the core, what is the one need?« – Maar­ten Vers­tee­ge.

 

In meh­re­ren Work­shops wur­de dem Kern der Mar­ke nach­ge­gan­gen und ein neu­er Naming-Pro­zess gestar­tet. »When you real­ly under­stand the pro­blem, the solu­ti­on will flow.« K\R hat ver­stan­den: Das Zukunfts­pro­jekt von Volks­wa­gen sei so inno­va­tiv, so unglaub­lich aus heu­ti­ger Sicht, dass es sich so anfüh­len könn­te – wie die in der Grün­der­zeit mit hoher Skep­sis betrach­te­ten moder­nen Erfin­dun­gen auch – wie Magie. Der neue Name war gebo­ren: MOIA, abge­lei­tet von »Maya«, bedeu­tet Magie in Sans­krit.

 

Das zen­tra­le The­ma Mobi­li­tät wur­de visu­ell – im Gegen­satz zum mas­ku­lin, funk­tio­nal gepräg­ten Image der Auto­mo­bil­in­dus­trie – emo­tio­nal über­setzt. In Mood­boards explo­rier­te man die abs­trak­ten Dimen­sio­nen der Mobi­li­tät: Zeit, Raum und Kon­text. Die­se hal­fen den Desi­gnern ein zeit­lo­ses, offe­nes Gestal­tungs­sys­tem zu erfin­den, wel­ches so fle­xi­bel und aus­bau­fä­hig ist, dass zukünf­ti­ge Anfor­de­run­gen berück­sich­tigt wer­den kön­nen.

 

Das Gestal­tungs­kon­zept beti­telt mit »Magic of Tran­si­ti­on« wur­de aus­ge­wählt und in Gestal­tungs­ele­men­te über­setzt. Der Schrift­zug erhielt eine geo­me­tri­sche Form und Tie­fe durch die Beto­nung der auf­stei­gen­den Dia­go­na­len. Das Weg­las­sen des Quer­strichs beim A ermög­licht eine wei­te­re Bedeu­tungs­ebe­ne: Stellt man den Schrift­zug auf den Kopf, wer­den die Buch­sta­ben IO – als Ver­weis zum binä­ren Sys­tem – von VW gerahmt. Mit der Futu­ra stellt man eine wei­te­re Ver­bin­dung zu den Ursprün­gen von VW her. Die Idee der Bewe­gung, Tran­si­ti­on von A nach B wird durch den Ein­satz von Farb­ver­läu­fen deut­lich. Das Bild­kon­zept beinhal­tet urba­ne Land­schaf­ten und Men­schen in städ­ti­scher Umge­bung durch die Wind­schutz­schei­be foto­gra­fiert.

 

Nächs­tes Jahr star­tet der Pilot in Ham­burg, wie das Inter­face und das Pro­dukt­er­leb­nis aus­sieht, woll­te uns die smar­te Maria Soni Reiss­fel­der noch nicht ver­ra­ten.








Text: Christine Wenning | 22.8.2017 | Fotos: Julius Stuckmann, Khanna\Reidinga | CXI 17